Besprechungen Krimis und Thriller

Nic Pizzolatto – Galveston

26. August 2014

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Roy ist ein Auftragskiller der Mafia, sein Leben lang von einem Boss zum anderen vererbt worden, gleich nach dem Waisenhaus fing er als Laufbursche an und kennt nun nichts anderes. Dass sein Boss jetzt seine Freundin vögelt, er kann es nicht ändern, ist halt so. Doch es kommt noch schlimmer, morgens verkündet der Arzt ihm, dass er Lungenkrebs hat, abends versucht sein Boss, ihn umlegen zu lassen. Roy entkommt, zusammen mit einem Mädchen, er konnte sie nicht einfach zurück lassen. Auch wenn ihm das seine Flucht nicht gerade einfacher macht, er weiß noch wie es war, jung und ohne Ausweg zu sein.

„Galveston“ ist ein beeindruckender, düsterer Krimi. Ein trauriges Buch, ohne dabei je auf die Tränendrüsen zu drücken oder gar kitschig zu werden. Roy ist ein harter Kerl, mit weichem Kern, den er lange vor sich selbst und der Welt verborgen hat. Denn das macht verletzlich.

Nic Pizzolatto spricht eine deutliche Sprache, hier wird nichts beschönigt. Aber auch nicht übertrieben deutlich beschrieben, wie es in vielen Splatter-Krimis gerade modern ist. Die Bilder entstehen im Kopf des Lesers ganz von selbst. Viel wichtiger als Blut und Knochenbrüche sind Roys Gefühle, hin und hergerissen zwischen dem harten Kerl, den nichts kümmert und dem Mann, der Verantwortung übernommen hat.

Eines dieser ganz besonderen Bücher, die man am liebsten jedem empfehlen würde.

Galveston – Nic Pizzolatto
Deutsch von Simone Salitter & Gunter Blank
253 Seiten, Metrolit Verlag
, 20,00 €
Hardcover

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